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Mikrofiltration – Wirkprinzip, Einsatz, Grenzen

alt Mikrofiltration ist das Membranverfahren mit der geringsten Trennschärfe innerhalb der druckgetriebenen Filtration. Sie dient vor allem der Abtrennung partikulärer Bestandteile und wird häufig als Vorstufe oder zur Klarwassererzeugung eingesetzt. Diese Seite ordnet Mikrofiltration technisch ein und grenzt sie von anderen Membranverfahren ab.
Mikrofiltration ist ein mechanisches Membranverfahren zur Abtrennung von Partikeln und Mikroorganismen aus Wasser. Sie wird in der Trinkwasser-, Prozesswasser- und technischen Wasseraufbereitung eingesetzt. Diese Seite beschreibt die Mikrofiltration fachlich korrekt, ordnet sie gegenüber anderen Membranverfahren ein und zeigt typische Einsatzbereiche sowie Grenzen auf.

Was unter Mikrofiltration verstanden wird

Mikrofiltration ist ein druckbetriebenes Membranverfahren, bei dem Wasser durch Membranen mit definierter Porengröße geleitet wird.

Ziel ist die physikalische Abtrennung von Partikeln, Schwebstoffen und Mikroorganismen oberhalb der jeweiligen Trenngrenze.

Trenngrenzen und Einordnung

Die Trenngrenzen der Mikrofiltration liegen typischerweise im Bereich von etwa 0,1 bis 1,0 µm. Je nach Membrantyp und Auslegung können auch feinere oder gröbere Abgrenzungen realisiert werden.

In diesem Bereich werden insbesondere Bakterien, Algen und größere Partikel zuverlässig zurückgehalten.

Sterilfiltration im bakteriellen Bereich

Mikrofiltration wird in vielen Anwendungen als sogenannte Sterilfiltration eingesetzt, insbesondere dort, wo eine sichere bakterielle Barriere erforderlich ist.

Solche Filter werden unter anderem in medizinischen Einrichtungen, Laboren und sensiblen technischen Anwendungen eingesetzt und sind entsprechend zugelassen und erprobt.

Membranbauformen und Betriebsweise

Mikrofiltrationsmembranen sind in verschiedenen Bauformen erhältlich, unter anderem als Hohlfasermembranen, Flachmembranen oder Kerzenfilter.

Der Betrieb erfolgt häufig mit geringem Differenzdruck, was zu niedrigen Energieverbräuchen und stabilen Betriebsbedingungen führt.

Einsatzbereiche der Mikrofiltration

Mikrofiltration wird eingesetzt zur Vorfiltration, zur Partikel- und Bakterienabtrennung sowie als Schutzstufe für nachgeschaltete Verfahren.

Typische Anwendungen finden sich in der Trinkwasseraufbereitung, Prozesswassertechnik und bei der Absicherung hygienisch sensibler Systeme.

Abgrenzung zur Ultrafiltration

Im Vergleich zur Ultrafiltration weist die Mikrofiltration größere Porengrößen auf. Dadurch ist der Druckverlust geringer, während die Abtrennung feinerer Partikel eingeschränkt ist.

Welche Membranstufe geeignet ist, hängt von Ziel, Wasserqualität und hygienischen Anforderungen ab.

Grenzen der Mikrofiltration

Viren, gelöste Stoffe und Ionen werden durch Mikrofiltration nicht zurückgehalten.

Für weitergehende Anforderungen sind ergänzende Verfahren wie Ultrafiltration, Nanofiltration oder Desinfektion erforderlich.

Einordnung im Gesamtkonzept

Mikrofiltration ist ein etabliertes und zuverlässiges Verfahren, das häufig als eigenständige Barriere oder als Teil mehrstufiger Aufbereitungskonzepte eingesetzt wird.

Häufige Fragen zur Mikrofiltration

Was entfernt Mikrofiltration zuverlässig?

Partikel, Schwebstoffe und Bakterien oberhalb der Trenngrenze werden physikalisch zurückgehalten.

Ist Mikrofiltration eine Sterilfiltration?

Im bakteriellen Bereich ja. Für Viren stellt sie jedoch keine vollständige Barriere dar.

Wie unterscheidet sich Mikrofiltration von Ultrafiltration?

Mikrofiltration arbeitet mit größeren Poren und geringerem Druck, Ultrafiltration bietet eine feinere Abtrennung.

Benötigt Mikrofiltration chemische Zusätze?

Nein. Die Abtrennung erfolgt rein physikalisch ohne chemische Reaktion.

Wo liegen die Grenzen der Mikrofiltration?

Gelöste Stoffe, Salze und Viren werden nicht entfernt.

Einordnung & Hinweis

Die Inhalte dieser Wissensseite dienen der fachlichen Einordnung von Wasserqualität, Wasserzusammensetzung und wassertechnischen Verfahren.

Sie stellen keine individuelle Analyse oder Bewertung dar. Eigenschaften von Wasser sowie geeignete Maßnahmen hängen unter anderem von Herkunft, Nutzung, technischer Umgebung und regionalen Rahmenbedingungen ab und können situationsabhängig variieren.

Die dargestellten Informationen sind als Orientierung gedacht und ersetzen keine projekt- oder anwendungsspezifische Betrachtung.